Das Jahr nach der Europameisterschaft ist vorüber. Dieses grandiose Ereignis war ein großer Lichtblick für Zittau und zudem mit ausschlaggebend dafür, dass Zittau als "European town of sport" gekürt wurde. Die Nachhaltigkeit dieses Events wird bleiben. Man spürt es beim alltäglichen Sporttreiben: Bewegung ist so wichtig und in jedem Alter förderlich. Dafür sind wir da und setzen wir uns ein. Jeder ist bei uns willkommen.

Die Sportlerumfragen offenbarten wieder, dass wir Leichtathleten gut dastehen. So wurde Ulrike Hiltscher Zweite bei der Wahl zur Seniorensportlerin Deutschlands, außerdem Sachsens Seniorensportlerin und Zweite bei der SZ-Umfrage. Bei den populärsten Sportlern des südlichen Landkreises überzeugte Torsten Hentschel mit dem ersten Platz. Den hat er sich mit seinen Läufen wahrlich verdient - welch Aufwand steckte doch dahinter. Als Zugabe wurde Werner Rücker Dritter. Sehr gefreut habe ich mich, dass wir im Nachwuchs mit Lena-Marie Blum wieder eine Spitzenathletin haben. Sie überzeugte durch tolle Leistungen, unter anderem mit dem sächsischen Landesrekord über 50 Meter in der W8. Der erste Platz ist somit mehr als gerechtfertigt.

Unsere 40-jährigen Damen können mit Platz zwei aber auch sehr glücklich sein. Bei den Landesmannschaftsmeisterschaften in Neukieritzsch setzten sie sich gegen die starke Konkurrenz deutlich durch. Selbst der beinahe verpatzte Staffelwechsel hätte am Sieg nicht gerüttelt. Lief diesmal doch eine zweite Staffel mit, deren Zeit die nötigen Punkte gerettet hätte. Zwei Görlitzer Mädels verstärkten uns in diesem Jahr. Zur Endrunde in Hamburg kam schließlich noch Simone Noack aus Weißwasser dazu. Bei diesem Endkampf, der bis zur letzten Disziplin äußerst spannend war, wurden unsere Damen mit dem deutschen Vizemeistertitel belohnt. Das ist keineswegs selbstverständlich. Dazu gehört viel Trainingsarbeit und Einsatzbereitschaft. Zwar unterlagen wir der starken Mannschaft des LAC Quelle Fürth. Mit Leverkusen und Korbach lieferten wir uns jedoch einen heftigen Dreikampf, aus dem wir als die Besseren hervorgingen. Hier zeigte sich auch der Zusammenhalt der Mannschaft, die um jeden Punkt kämpfte. Unsere stärkste 800-Meter-Läuferin Simone Noack konnte den Lauf durch einen Krampf nicht beenden. Da aber in jeder Disziplin drei Sportlerinnen an den Start gingen, wurden wichtige Punkte, immer mit großer Leidenschaft, gerettet. Simone rollte dann als Schlussläuferin in der Staffel das Feld noch einmal auf. Platz 2 war der verdiente Lohn.

Ulrike Hiltscher knüpfte nahtlos an das EM-Jahr an. Drei weitere EM-Titel in der Halle plus zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen kamen hinzu. Und auch den Fünfkampf gewann sie überlegen. Dennoch, einen Wermutstropfen gab es: Drei Punkte fehlten am Ende zum Europarekord. Nur hat ihr das niemand vorher gesagt. Was sie hätte über 800 Meter laufen müssen? Vier Zehntel wären es gewesen. Das hätte sie locker geschafft. Trost sollte der Deutsche Rekord im Fünfkampf im Freien sein, den sie in Jüterbog aufgestellt hat. Dazu kommen zehn Landesrekorde, neun Deutsche Meistertitel, 21 LM-Medaillen. Was für eine Ausnahmeathletin!
Und wir können weitere herausragende Erfolge verzeichnen. Hilke Henschke glänzte mit zwei Deutschen Meistertiteln und zwei Landesrekorden, Werner Rücker holte drei DM-Medaillen und für Carola Wolf ging ebenfalls ein Traum in Erfüllung. Bei der Fünfkampf-DM in Jüterbog erkämpfte sie sich überraschend die Bronzemedaille. Auch alle anderen Senioren, die im Land Sachsen erfolgreich sind, brauchen sich nicht zu verstecken. Hinter den Erfolgen steckt bei jedem harte Arbeit über das ganze Jahr.

Im Jugendbereich glänzte Niklas Cervinka mit Spitzenleistungen. In der Altersklasse U18 ist er der erste im Landkreis Görlitz, der die 800 Meter unter zwei Minuten lief. Respekt! Die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Rostock war der Lohn. Nun führt ihn der Weg zur Sportschule nach Dresden, um sein Potenzial auszubauen. Wir wünschen ihm viel Erfolg dabei.
Auch im Schülerbereich ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen: 21 Medaillen bei Bezirksmeisterschaften hatten wir schon sechs Jahre lang nicht mehr. Stellvertretend sei wieder Lena-Marie Blum genannt, die 8 BM-Titel beisteuerte. Auch Naike Falk (drei Titel) - wieder erstarkt - überzeugte durch sensationelle 800-Meter-Läufe.

Etwas traurig stimmte mich die Auflösung des Ostritzer SV. Was Roland Pietsch dort einst aufgebaut hatte, konnte leider niemand fortführen. Mit Wehmut denke ich an das traurige Jahr 2010, als Roland von uns ging. Das trifft mich auch heute noch sehr. Roland, ich werde unsere gemeinsame Zeit niemals vergessen. Sie war eine der Schönsten in meinem Leben!

Mario Renner

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