Ulrike Hiltscher und Heinz Ebermann werden Staffelweltmeister

Mit Ulrike Hiltscher von der HSG und Heinz Ebermann (für DHfK Leipzig startend) hatten wir zwei prominente Starter bei den Seniorenweltmeisterschaften in Riccione (Italien).

Ulrike startete in der W55 und nahm sich viel vor.
Den Auftakt bildete der Siebenkampf. Die erste Disziplin, der Hürdenlauf, zählt nicht gerade zu ihren Stärken. Diesen beendete sie als Achte. Doch Ulrike ist eine Kämpfernatur und so arbeitete sie sich von Disziplin zu Disziplin nach vorn. Vor dem abschließenden 800m-Lauf lag sie vielversprechend auf dem 4. Platz. Als gute Läuferin gelang es ihr schließlich einen Medaillenplatz zu ergattern - sie wurde mit Bronze belohnt.
Den nächsten Tag ging es schon weiter mit 100m-Vorläufen. Sie qualifizierte sich für den Endlauf und wurde in 14,71s Vierte. Mehr hatte sie sich für die 200m vorgenommen. Als Vorlaufschnellste (bei zulässigem Rückenwind von 1,8m/s lief sie Landesrekord in 29,83s) machte sie sich leise Hoffnungen auf den Titel. Im Finale herrschte ein Gegenwind von 2,1m/s, so konnte sie diese Zeit leider nicht mehr bestätigen. Wieder holte sie Bronze - diesmal in 30,20s. Die vor ihr platzierten konnten eben noch etwas zusetzen.
Über 400m musste Ulrike den Vor- und Zwischenlauf überstehen, um in den Endlauf zu kommen. Diese Aufgabe löste sie ausgezeichnet - aus 4 Vorläufen qualifizierte sie sich als Zweitschnellste mit Landesrekord (68,21s) für die Semifinals. Als Drittschnellste (68,55s) lief sie sicher in den Endlauf. Es zeichnete sich ein spannender Kampf um Silber und Bronze ab, da etliche Läuferinnen eng beisammen lagen. Gold war kaum möglich, zu überlegen zeigte sich eine Neuseeländerin. Diese gewann auch den Endlauf, aber spannend wurden die Platzierungen. Leider konnte sich Ulrike nicht mehr steigern und mußte sich mit dem undankbaren 4. Platz in 68,80s zufrieden geben, wobei sich ihre Gegnerinnen noch einmal verbesserten.
Sicherlich mit etwas Wut im Bauch nahm sie am nächsten Tag die 4x100m-Staffel und die 4x400m-Staffel für Deutschland in Angriff. Als Trost konnte sie sich über Silber über die kurze Distanz freuen. Aber über die abschließende lange Strecke gab sie als Schlussläuferin alles. Die Italienerinnen führten die Staffel an, Deutschland übergab mit 5 Meter Rückstand als Zweiter. Durch einen guten Wechsel und einem schnellen Antritt schloss Ulrike auf die Italienerin auf. Die Anweisungen ihres Mannes befolgend blieb sie bis zum Ausgang der letzten Kurve an der Italienerin dran. Die Italiener feierten schon ihren Sieg. Aber eingangs der Zielgeraden zog Ulrike alle Register ihres Könnens, sprintete an Italien vorbei und krönte diese Meisterschaft mit dem Weltmeistertitel. Der Jubel bei den deutschen Fans war groß, die Italiener verstummten etwas. Begeistert wurden Ulrike und ihre Staffelkameradinnen gefeiert.
Bemerkenswerte Steigerungen sicherten insgesamt ihren guten Verlauf der Weltmeisterschaften - sie stellte 5 Landesrekorde auf (80mHü - 16,74s, 800m - 2:44,46min, Siebenkampf - 2695 Punkte, 200m - 29,83s, 400m - 68,21s) und mit 1 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze und 1 x Vierte kann sie sehr zufrieden sein.

Ebenfalls Weltmeister wurde der Zittauer Heinz Ebermann (für DHfK-Leipzig startend) in der 4x400m-Staffel der M75 für Deutschland. Als Startläufer legte er die Grundlage für den deutlichen Sieg.
Im Einzel ladete er über 400m auf Platz 9, konnte sich somit leider nicht für den Endlauf qualifizieren. Über 800m sicherte er sich im Vorlauf mit 3:05min die Finalteilnahme. In diesem Lauf zeigte er noch einmal eine läuferische Glanzleistung. In einem starken Feld steigerte er sich auf 2:59,26min (endlich wieder unter 3 Minuten) und wurde hervorragender Fünfter.

Diese Meisterschaft wurde auch geprägt durch eine Rekordteilnehmerzahl von über 9000 Athleten aus der ganzen Welt. Und wie bei den "Großen" in Osaka (2000 Teilnehmer) mußte jeder Sportler über Qualifikationsrunden oder Vor- und Zwischenläufe seine Leistung unter Beweis stellen, um in die Endkämpfe zu gelangen.
Eine Veranstaltung, die es in sich hatte und wir dürfen stolz sein können, zwei erfolgreiche Teilnehmer aus der Oberlausitz mit dabei gehabt zu haben.

M. Renner

» Ergebnisübersicht (pdf, 9kB)

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